Mein Lebens- und Bildungsweg…

Geboren Anfang der 1980er Jahre in Mannheim, wuchs ich in einer wohlbehüteten Familie auf, bis ich im Alter von 12 Jahren eine unmittelbare Erfahrung mit dem Tod machen durfte: Mein Vater verstarb ganz plötzlich und ich musste akzeptieren lernen, dass der Tod zu unserer irdischen Existenz dazu gehört. Das Leben: Es liegt nicht in unseren Händen.


Nach dem Abitur verbrachte ich ein halbes Jahr in Mittelamerika („Work & Travel“), was in vielerlei Hinsicht eine prägende Erfahrung für mich war: Ich lernte viele arme Menschen kennen, die innerlich reich waren. So wurde mir bewusst, dass glücklich sein nicht von materiellen Dingen abhängt.


Meinen Zivildienst absolvierte ich im Entwicklungshilfe-Bereich, bevor ich zu studieren begann.
Nach einem dreijährigen Studium der Philosophie und Hispanistik an der Universität Mannheim, absolvierte ich eine Ausbildung zum Heilpraktiker an der Akademie für Ganzheitsmedizin in Heidelberg mit zahlreichen Fachqualifikationen (u.a. Akupunktur/ TCM, Anamnese, Körperliche Untersuchung, Phytotherapie, Injektionstechniken, Ernährungstherapie und Orthomolekulare Medizin, Notfallmedizin und Erste Hilfe, sowie Humoraltherapie und Ausleitverfahren). Die staatliche Überprüfung zum Heilpraktiker im Landratsamt Karlsruhe bestand ich am 30.1.2009. Zusätzlich absolvierte ich eine Ausbildung in sanfter Wirbelsäulen-Therapie und in (Wild-)Kräuterheilkunde.


Daraufhin begann ich das Studium der Evangelischen Theologie an der Universität Heidelberg, welches ich am 3. August 2016 mit dem I. Kirchlichen Examen, sowie dem Fakultätsexamen (Diplom) beenden durfte.
Das Examen umfasste schriftliche und mündliche Prüfungen in den Fächern:
Altes Testament (Schwerpunkte: Der Zorn Gottes im Alten Testament; Das ‚Sch’ma Jisrael‘ [„Höre Israel“] in Deuteronomium 6,4-9)
Neues Testament (Schwerpunkt: Der Begriff der „Heiden“ aus neutestamentlicher Perspektive im Vergleich mit Philo von Alexandrien)
Historische Theologie (Schwerpunkte: Das Mönchtum von der Alten Kirche bis zur Reformationszeit; Die Theologie Martin Luthers und seine Auseinandersetzung mit dem Islam)
Systematische Theologie (Schwerpunkte: Origenes – De Principiis; Die Apokatastasis panton bei Karl Barth im Verhältnis zu den vorherrschenden Eschatologie-Vorstellungen der christlichen Theologiegeschichte (Alte Kirche, Mittelalter, Reformations- und Neuzeit); Dietrich Bonhoeffers Ethik; Die Politik Israels und das Schweigen der Christen als ethisches Problem [Anmerkung: Dieses Thema ist ein „heißes Eisen“, da es leicht geschehen kann, dass Aussagen in diesem Themenspektrum als „antisemitisch“ (miss)verstanden werden können. Ein solch wichtiges Thema hingegen einfach zu ignorien hielt ich allerdings für falsch. Deshalb arbeitete ich mich fundiert in die Thematik ein und konnte den Prüfern eine differenzierte Darstellung des komplexen Sachverhaltes liefern. Meine Ausführungen stießen auf Anklang, so dass diese Prüfungsleistung am Ende mit der Note 1,0 bewertet wurde])
sowie mündliche Prüfungen in den Fächern:
Religions- und Missionswissenschaft (Schwerpunkt: Befreiungstheologie in historischer, interkultureller und interreligiöser Perspektive)
Praktische Theologie (Schwerpunkte: Religionspädagogik; Krankenhaus-Seelsorge)
Philosophie (Schwerpunktwerke: Philo von Alexandrien – Über das betrachtende Leben; Martin Heidegger – Die Technik und die Kehre).
Meine wissenschaftliche Abschlussarbeit schrieb ich im Fach Neues Testament über das Thema: „Das Ende des Paulus in der Apostelgeschichte. Eine literarische Untersuchung von Apg 27-28 im Kontext der hellenistisch-römischen Umwelt“.


An das Theologie-Studium, die sog. „wissenschaftlich-theologische Ausbildung“, schloss sich die Ausbildung zum Pfarrer („Lehrvikariat“) an, die sogenannte „Praktisch-Theologische Ausbildung“.
Neben dem unmittelbaren Vollzug pastoraler Tätigkeiten (Gottesdienste, Seelsorge, Taufen, Abendmahl, Bestattungen, Religionsunterricht, Konfirmandenarbeit, Teilnahme in Leitungsgremien), die ich in der Evangelischen Kirchengemeinde Hockenheim erlernen und ausüben durfte, lag ein weiterer Schwerpunkt in der wissenschaftlichen Weiterbildung und Fundierung praktisch-theologischer Lehrinhalte. Diese fand während festgelegter Ausbildungszeiten im Prediger-Seminar in Heidelberg statt.
Die zweijährige Ausbildungsphase wurde abgeschlossen mit dem II. Kirchlichen Examen. Dies umfasste mündliche Prüfungen in den Fächern:
Religionspädagogik
Homiletik (Predigtlehre)
Liturgik (Gottesdienstgestaltung)
Kirchenrecht
Poimenik (Seelsorge)
Pastoraltheologie (Wesen, Amt, Beruf und Rolle des Pfarrers)
Thesen-Disputation mit dem Landesbischof

sowie wissenschaftliche Arbeiten in:
Religionspädagogik
Poimenik
Pastoraltheologie

sowie einer Unterrichts-Lehrprobe in Religionspädagogik mit anschließendem Curriculum
und einem Prüfungsgottesdienst mit anschließendem Curriculum.
Während dieser Ausbildungsphase absolvierte ich ein Praktikum in der Krankenhaus-Seelsorge (Krehl-Klinik Heidelberg, Krebs-Station), führte ein Fundraising-Gemeindeprojekt mit Konfirmanden durch und organisierte ein Weihnachtslieder-Singen mit Schülerinnen und Schülern im örtlichen Altersheim.


Nach dem Lehrvikariat arbeitete ich für zwei Jahre als Pfarrer in Pforzheim, vor allem in den Stadtteilen Dillweißenstein, Sonnenhof/ Sonnenberg und Büchenbronn (mittlerweile Philippus-Gemeinde), aber auch in Brötzingen und Arlinger (Konfirmandenarbeit), sowie für den Kirchenbezirk (Planung eines Bezirks-Tauffestes).
Neben dem Vollzug der bereits erwähnten pastoralen Tätigkeiten besuchte ich zahlreiche Fort- und Weiterbildungen, unter anderem in Themenzentrierter Interaktion (TZI) nach Ruth Cohn (Thema: „Mich und andere leiten“), mehrere Kurse zum Thema „Leitungsverantwortung im Pfarramt“ mit den Themen:
Die Kirchengemeinde als Organisation verstehen und diagnostizieren;
Funktion und Aufgabe von Leitung in Organisationen;
Unterschiedliche Führungskonzepte und Führungsstile;
Situative Reifegradtheorie und das Leadership-Quadrantenmodell (nach Blanchard und Herey);
landeskirchliche Instrumente zur strategischen Gemeindeentwicklung;
Fünf Phasen der Teamentwicklung (nach Bruce Tuckman);
Sitzungsleitung und Sitzungsmanagement;
Instrumente des Zeitmanagements und der Selbstorganisation,
sowie eine Fortbildung in Öffentlichkeitsarbeit („Die gute Nachricht in den Medien“ + Medienrecht);
Religionspädagogische Fortbildungen, u.a.
zur konfessionellen Kooperation im Religionsunterricht („Koko“);
„Erzählen im Religionsunterricht – Plädoyer für eine narrative Unterrichtskultur“ (mit Jochem Westhof);
„Kurzfilme gewinnbringend im Religionsunterricht einsetzen“;
„Wenn der Boden schwankt – Umgang mit Leid und Tod in der Schule“;
desweiteren Studientage im Bereich Seelsorge, Religionspädagogik uvm.
Nach einer insgesamt vierjährigen Dienstzeit für Evangelische Landeskirche in Baden endete mein Dienst als Pfarrer. Auch die besten Zeugnisse von Gemeinde- und Kirchenleitungsseite konnten die bestehenden ekklesiologischen Differenzen nicht ausgleichen.
Nach einer kurzen Phase der Neuorientierung begann ich mit der Arbeit am Konzept „Lebenshaus“, um nun seit Beginn 2021 für alle Menschen in der Gesellschaft ein Ansprechpartner, Begleiter und Helfer zu sein – gemeinsam mit anderen Menschen, die „dem Leben dienen“ wollen.

Mehr als jede akademische Bildung lehren mich meine Frau und meine Kinder über das Leben, denen ich unendlich dankbar bin: für ihre Geduld, ihre Liebe, ihre Vergebungsbereitschaft, ihre Freude und Begeisterungsfähigkeit, ihre Gemeinschaft …